ROLL-OUT

Ziele von SAP-Rollouts sind global vereinheitlichte Geschäftsprozesse und harmonisierte Stammdaten, reduzierte Durchlauf- und Lieferzeiten von Produkten bis hin zur optimierten Abwicklung von Geschäften zwischen den Gesellschaften eines Konzerns. Für konzerninterne Verrechnung von Lieferungen und Leistungen bieten sich Transferpreis- oder Kommissionsmodelle an.

Globale Organisationen sind durch eine höhere Informationstransparenz besser steuerbar. Eine global harmonisierte SAP-Landschaft reduziert die IT-Kosten nachhaltig und erlaubt die zentralisierte Entwicklung neuer Prozesse und Funktionen im System. In einem globalen ERP-System führt die Zentralisierung des Anwendungs-Support zu Kosteneinsparungen und höheren Service Levels.

Typische Phasen eines globalen Rollout-Projekts beinhalten eine Gap-Analyse mit Evaluierung und Abgleich von Ist- und Soll-Prozessen, die Erstellung des Geschäftsprozessmodells (Template) inklusive "Business Blueprint" sowie Dokumentation und den ersten Rollout im Rahmen eines Pilotprojekts. Anschließend wird das Template verfeinert und weltweit ausgerollt.

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Szenarien:
Szenario 1: Prozesse werden zentral definiert, vor Ort wird das System gemeinsam mit einem lokalen Team entworfen und implementiert.

Szenario 2: Template mit definierten Geschäftsprozessen ist bereits in einem System implementiert und dann lokal auf Basis einer Systemkopie installiert und angepasst.

Szenario 3: in einem zentralen ERP-System, mit dem die Firmenzentrale und alle internationalen Niederlassungen arbeiten wird ein Rollin vorgenommen. Länderspezifische Begebenheiten werden entsprechend berücksichtigt.


Oft findet der Rollout in einem neuen Werk, einer Niederlassung oder nach einer Unternehmensübernahme statt. Hier liegen noch noch keine eingespielten Geschäftsprozesse vor und Key User und IT-Mitarbeiter verfügen noch nicht über das notwendige Know-how. Eine weltweit nutzbares Template für ein SAP-Rollout stellt eine Herausforderung dar: Das Team muss ein einheitliches Applikationspaket kreieren, das gleichzeitig den Geschäftsprozessen in verschiedenen Unternehmen eines Firmenverbunds in unterschiedlichen Kulturkreisen sowie Weltregionen gerecht wird.

Aufgrund unserer Erfahrungen raten wir davon ab, die für eine Unternehmenszentrale entwickelte Lösung direkt zu verwenden und sie dann auf Niederlassungen oder Tochterfirmen zu übertragen. Bei der Template-Entwicklung sind Regeln von Anfang an zu berücksichtigen. Insbesondere die klare Trennung zwischen zentralen, übergreifenden Einstellungen und lokal zulässigen Anpassungen. Einige dieser Festlegungen lassen sich in der Regel nur treffen, wenn vor Beginn des Rollout-Programms Anforderungen bei den beteiligten Gesellschaften analysiert werden.

Im Vergleich zu einer klassischen Implementierung sind deutlich mehr erfolgskritische Faktoren und spezifische Herausforderungen zu berücksichtigen, wobei gemachte Erfahrungen im Sinne von Best Practices für zukünftige Projekte von großem Nutzen sind.

Bei der Nutzung von ERP-Systemen in einer global vernetzten Anwendungslandschaft spielt das Thema Stammdaten-Management (Link Stammdaten) eine herausragende Rolle. Stimmen die Stammdaten nicht überein, führt dies zu unerwünschten Effekten: in globalen Reports kann keine Gesamtsumme dargestellt werden, sondern einzelne Summen, weil in verschiedenen Systemen gleiche Waren unterschiedliche Merkmale (Namen, Nummern usw.) aufweisen oder die verwendeten Lösungen verfügen über eigene, verschiedenartige Stammdatenverwaltungen. Dies erschwert auch gegenseitige Lieferungen innerhalb der Unternehmensgruppe, wenn eine unterschiedliche Preisermittlung zu konzerninternen Differenzen bei gegenseitigen Forderungen und Verbindlichkeiten führt.
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